Schadet vegetarische Ernährung dem Nachwuchs?

Wir alle möchten uns möglichst gesund ernähren – den wir alle möchten ein langes und gesundes Leben. Umso erschreckender, dass nach einer Studie von Wissenschaftlern der Loma Linda University es erwiesen scheint, dass die Spermien von sich vegetarisch ernährenden Männer weniger und geringer beweglich sind, als sich mit Fleisch ernährenden Männern. Ein Grund zum Umdenken?

kian-im-herbst

Wir alle gingen davon aus, dass vegane Ernährung gesund ist. Ein männlicher Trugschluß?

Beachtenswert ist, dass die Studie nicht von Gegnern des vegetarischen Lebensstils durchgeführt worden ist – im Gegenteil. Die kalifornische Universität, an der die Forscher arbeiten, gehört der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an. Diese Freikirche ist für vegetarischen und gesunden Lebensstil bekannt und will die medizinische Ausbildung, Praxis und Forschung christlich „in Harmonie mit der globalen Mission“ verbessern. So wird unter anderem erforscht, welche Lebensmittel das Leben verlängern. Denn bei der gesunden Lebensführung wird vegetarische Ernährung hervorgehoben.
Die Kirche propagiert schon seit ihrer Gründung 1860 einen gesunden Lebensstil und erklärt Fisch und anderes tierisches Fleisch für „unrein“. Zudem werden Alkohol, Nikotin und Drogen (auch Kaffee, Tee und Cola) abgelehnt. Bekanntester Adventist war John Harvey Kellogg, bekennender Vegetarier und Gründer dieser bekannten Firma mit den Cornflakes.
Nach einer weitern Studie sollen die Adventisten in Loma Linda nicht nur zehn Jahre länger als der durchschnittliche Amerikaner leben, sie gelten auch als eine der Gruppen weltweit, die am längsten leben und den höchsten Anteil von Hundertjährigen aufweisen.

Umso erstaunlicher, dass das Ergebnis der Studie, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und der Qualität der männlichen Samen erforschte, auch veröffentlicht wurde. Denn die adventistischen Forscher waren über das Ergebnis ihrer in der Zeitschrift Fertility and Sterility erschienen Studie selbst überrascht. 443 Fleischesser, 36 Ovo-lakto-Vegetarier und fünf Veganer wurden zwischen 2009 und 2013 auf den Zustand ihrer Samen untersucht. Nicht überrascht wäre man gewesen, wenn die vegetarisch Lebenden einen besseren Samen gehabt hätten und womöglich auch die gezeugten Nachkommen gesünder gewesen wären. Doch genau das Gegenteil hat sich gezeigt: Die Zahl der Spermien der vegetarisch und vegan sich ernährenden Männer war mit 50,7 Millionen Spermien pro Milliliter deutlich niedriger als bei den Nicht-Vegetariern mit 69,6. Zudem war auch die Beweglichkeit der Spermien mit 33,2 Prozent geringer als bei den Nicht-Vegetariern. Etwas besser haben die Veganern abgeschnitten. Allerdings war die Zahl der Veganer sehr gering und die Fehlertoleranz dadurch zu hoch, um signifikante Unterschiede zwischen Veganern und Vegetariern belegen zu können.
Immerhin hat sich ergeben, dass Männer, die sich vegetarisch ernähren, weit davon entfernt sind, unfruchtbar zu sein. Das Ergebnis ist dennoch beachtenswert. Es folgt daraus, dass die Befruchtungsrate geringer sein könnte als bei Nicht-Vegetariern oder Fleischessern. Das scheint allerdings, was allerdings nicht untersucht wurde, keinen Einfluss auf die zu erwartende Lebensdauer zu haben.

Chemische Substanzen vielleicht der Grund

Die Forscher machen chemische Substanzen, vor allem Östrogene in der Nahrung, dafür verantwortlich. So könnten Sojabohnen eine entscheidende Rolle spielen. So ist bekannt, dass Phytoöstrogene die Spermienzahl vermindern. Weiter könnte ein Mangel an Vitamin B12 eine Rolle spielen. B12 baut Östrogene ab und ist in hohen Konzentrationen in Fisch und Fleisch vorhanden. Eine weitere Studie von Wissenschaftlern der Harvard School of Public Health hat ergeben, dass nicht die vegetarische Ernährung als solche, sondern der Anbau von Gemüse und Obst entscheidend sein könnte. Auch hier hatten die Männer, die am meisten Obst und Gemüse verzehrten, die geringste Zahl an Spermien und den geringsten Anteil an beweglichen Spermien.

Die Forscher der Loma Linda University warnen nicht vor vegetarischer Ernährung. Sie legen jedoch Nahrungsergänzungsmittel nahe und empfehlen den Verzicht auf Sojaprodukte, wenn Paare ein Kind natürlich zeugen wollen. Empfohlen wird Männern, die Kinder zeugen wollen, Obst und Gemüse zu kaufen, die nicht oder wenig mit Pestiziden kontaminiert sind. Das dürfte wohl heißen, dass sie Öko-Produkte kaufen sollen.

Kommentare (4)

  1. Josip Rainholtz

    Also vermehren sich die Fleischessen noch besser als wir! Wir achten auf die Gesundheit, auf die Umwelt und das Gleichgewicht und werden benachteiligt?

  2. Patrick

    Gut, dass ICH ein „Fleischesser“ bin!

  3. Dominik

    Selten sowas dämliches gelesen!

  4. Marc-Christoph

    Kein Grund umzudenken. Vegane Ernährung ist nicht umsonst im Trend!

Kommentare sind geschlossen.